Stimmungsbild
zum Mindestlohn
eingefangen
Minden
den
20.08.2008
In
direkter Nachbarschaft zu der IG Metall Aktion "Gleiche Arbeit -
Gleiches Geld" auf dem Mindener Marktplatz, warb die
Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD
Minden-Lübbecke, kurz AfA, für einen gesetzlichen
Mindestlohn.
Mit einer "Bodenzeitung"
nahmen die
Akteure der Arbeitsgemeinschaft das Meinungsbild der Passanten, die
trotz teilweise sehr schlechten Wetters stehen blieben, auf.
Folgende
Zahlen wurden ermittelt:
- Gleiche
Arbeit - Gleicher Lohn 44
Stimmen
- Gesetzlicher
Mindestlohn 25 Stimmen
- Tariflicher
Mindestlohn 19 Stimmen
- Kombilohn
1
Stimme
- Von
einem
Lohn gut
leben 38 Stimmen
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Axel
Brauckmüller als Organisator der
Aktion wertete das Ergebnis als klares "Ja" aus der
Bevölkerung zum Mindestlohn. Durchgefallen ist dagegen das
Kombilohn-Modell der CDU, das die Bürger eindeutig ablehnten.
Die Mindener sind mehrheitlich der Meinung, das gleiche Arbeit auch
gleich bezahlt werden sollte, wobei es nicht nur um das Geld, sondern
auch um weitere Dinge wie z.B. den Urlaubsanspruch geht. Dieser
ist in der Regel bei Leiharbeitern auf den gesetzlichen
Mindestanspruch reduziert.
Gewünscht wird auch
ganz
eindeutig, das die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihren
Lebensunterhalt mit einer Vollzeitstelle bestreiten können
müssen, was heute schon
in vielen Fällen einen Nebenjob
erfordert. Nach Ansicht der AfA sind die Fakten klar, denn immer mehr
Menschen arbeiten in diesem Land für Löhne, von denen sie
und ihre Familien nicht leben können. Das ist kein Zustand, den
unsere Gesellschaft hinnehmen darf, so Bernd Fiedler als
stellvertretender Landesvorsitzender AfA NRW, beim Besuch seiner
Kollegen und der Gewerkschaftler auf dem Marktplatz. Er ist der
Meinung, das die Politik in der Verantwortung steht und dafür
sorgen muss, dass die Menschen, die einer Vollzeiterwerbstätigkeit
nachgehen, von ihrer Arbeit auch menschenwürdig leben können.
Das ist ein Gebot des Respekts vor der menschlichen Arbeit. Wer
für
gute Arbeit Hungerlöhne zahlt, missachtet die Leistung der
Arbeit -
nehmerinnen und Arbeitnehmer. Nach Auffassung der
Sozialdemokraten ist der internationale Wettbewerb nicht mit einem
Wettlauf
um die niedrigsten Löhne und schlechtesten
Arbeitsbedingungen zu gewinnen.Fast alle europäischen Nachbarn
hätten Mindestlöhne. Allein das Beispiel Großbritannien
zeige, dass die Verhinderung von Lohndumping durch einen Mindestlohn
im Konsens aller Akteure auf dem Arbeitsmarkt möglich und
erfolgreich ist. Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen
in der SPD stehe bei der Forderung nach einen menschenwürdigen
gesetzlichen Mindestentlohnung an der Seite Gewerkschaften. Für
die AfA stehen auch weiterhin tarifliche Lösungen im Vordergrund
mit Lohnabschlüssen deutlich über dem geforderten
Mindestlohn. Mit der Ausweitung des Geltungsbereichs des
Arbeitnehmer-Entsendegesetzes auf alle Wirtschaftsbereiche wird nach
Auffassung der AfA den Tarifpartnern die Möglichkeit geben,
branchenbezogene Vereinbarungen zu treffen. Für die Bereiche, in
denen tarifliche Lösungen nicht möglich seien würde
ein gesetzlicher Mindestlohn gebraucht. Aus Sicht der AfA wird die
Einführung von Mindestlöhnen von interessierter Seite und
den Reihen der CDU nach wie vor behindert.
Die
Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD will auch
weiterhin deutlich machen, dass gute Arbeit gerecht entlohnt werden
muss, und bittet alle Bürgerinnen und Bürger die
SPD-Kampagne für die Einführung eines Mindestlohns in
Deutschland zu unterstützen. Es geht uns darum unsere
Gesellschaft menschlicher zu gestalten und dazu ist die Einführung
eines gesetzlichen Mindestlohnes ist ein notwendiger Schritt, so die
Position AfA Akteure.

Fotos: AfA Minden- Lübbecke
Axel Brauckmüller,
Manfred Schröder, und Bernhard Sobota mit der Bodenzeitung
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